Geschichte(n)

 

1995-2020 Theatersport Berlin in Zahlen

  • ca 1300 Montagshows
  • über 2500 Vorstellungen
  • über 350 000 Zuschauer (bis April 2020)

 

Unsere  Anfänge in den 90igern

Alles  begann  im Zelt.
Ein kalter, windiger Januar 1995, eine kleine Zeltstadt auf einer Brache, das BKA Luftschloss, als „Zwischennutzung“ auf dem historisch bedeutsamen Boden in Sichtweite des Potsdamer Platzes geduldet, damals noch mit vielen Baukränen, auf einer wilden Wiese zwischen Philharmonie und Neuer Nationalgalerie, am Matthäikirchplatz, was später einmal das Kulturforum werden sollte.
Dort stand die Wiege für Spontantheater in Berlin.
Mitten im Herzen der Stadt.

Von Improvisationstheater gab es damals in der Hauptstadt noch keine Spur. Wir waren die ersten. Dort wurden wir ausgebildet, und bildeten viele der Spieler aus, die später in der ganzen Stadt Improgruppen gründen sollten. Heute sind es an die einhundert Gruppen, Amateure und Profis. Eine ganze Bewegung, wir erreichen allmählich kanadische Verhältnisse (Die „Canadian Improv Games“ lassen grüßen…)

Im BKA Luftschloss spielten wir bis in den späten Frühling 1995, fanden unseren Namen und gründeten die Gruppe „Theatersport Berlin“.
Theatersport Berlin wanderte weiter:
Ufa-Fabrik in Tempelhof, Cafétheater Schalotte in Charlottenburg,  Kulturhaus Spandau schließlich das Chamäleon Variete´ in den Hackeschen Höfen.
„Wenn Theatersport, dann montags!“. Das war der Volltreffer – Immer volle Hütte!
Über acht tolle Jahre und zwei Insolvenzen der Betreiber spielten wir „immer montags“ im Chamäleon!

 

Die wilden 2000er

Weiter gings  danach für zwei Jahre im
Shake-Zelt der Shakespeare Company am Ostbahnhof, von dort  wieder rein in die Mitte der Stadt in die
Studiobühne des Admiralspalastes an der Friedrichstr. und zusätzlich noch in die alte City-West in die Komödie am Kurfürstendamm:
Im Bühnenbild der regulären Produktion spielten wir dort unsere legendären „Bühnenpiraten“.

 

Die 2010er

2012, zum 16. Geburtstag , zog Theatersport Berlin ins „Mutterhaus“ BKA-Theater zurück.
Weitere Neue Spielstätten kamen dazu,
das Pfefferbergtheater und die „Neuen Kammerspiele“ in Kleinmachnow.

 

Neben unseren Theatershows gab es natürlich viele Ausflüge, Gastspiele, Galas. Sogar beim Sommerfest des Bundespräsidenten waren wir mehrmals.

Viel hat sich  in all de Jahren geändert, eines ist geblieben: die Neugier auf immer wieder neue Situationen und Herausforderungen. Klar, damals war das Lampenfieber oder sogar die Angst größer; aber auch heute haben die Spieler diese Spannung vor dem Auftritt: Wie wird es heute gehen? Welche Geschichten werden entstehen?Geschichten es sind inzwischen viele, sehr viele gespielt worden. Viele sind vergessen, manche wohl zu recht. Einige aber werden nie aus den Köpfen derer verschwinden, die dabei waren. Da war die wunderbare Geschichte mit dem „Einarmigen Geiger“, dem von einem Gangster auch noch der zweite Arm abgeschnitten werden soll und der (sein letzter Wunsch) noch einmal spielt, dabei den Gangster mit dem Bogen ersticht… Oder die absurde Szene der beiden steckengebliebenen Riesenradgondelpassagiere, die erst nach Jahren wieder freikommen, um festzustellen, dass sie die ganze Zeit dicht über dem Boden geschwebt hatten. Beide Szenen waren inspiriert von den Titelvorschlägen des Publikums.

Überhaupt, das Publikum! Sie gaben uns als Zuschauer Vorschläge, stellten uns mal vor scheinbar unlösbare Aufgaben oder gaben uns Poetisches und Groteskes wie „Männer, die im Keller husten“. Mancher Zuschauer hat am Anfang auch den „Wettkampf“ Theatersport für bare Münze genommen, wie in einer der allerersten Vorstellungen der Betrunkene, der zu einem Spieler lallte: „Det war unjerecht mit die Punkte, Eure Mannschaft is viel besser…“ Wunderbar! Aber die Vielen, die nach der Vorstellung kommen und sich bedanken, und natürlich die treuen „Immer-wieder-kommer“, die oft neue Leute mitbringen und Mund-zu-Mund-Propaganda machen. Nicht zuletzt auch deshalb gibt es Theatersport Berlin schon  25 Jahre!

 

2020 – 25 Jahre Theatersport Berlin

Zum 30. Juni verlassen wir das BKA- Theater.
Wohin, wird noch nicht verraten. Wie ihr alle warten wir die Turbulenzen der Corona-Pandemie-Entwicklungen ab.

Nur soviel: „Wenn Theatersport, dann montags!“ –  „Immer montags!“

Zum 25. Geburtstag planen wir schon vor: