Geschichte(n)

Theatersport Berlin begann 1995 im Zelt; damals war es das BKA-Zelt zwischen Neuer Nationalgalerie und Philharmonie. Damals auf historisch bedeutsamem Boden in der Nähe des Potsdamer Platzes. Zwischendurch spielte Theatersport Berlin auf dem Ufa-Gelände in Tempelhof, im Cafétheater Schalotte in Charlottenburg und schließlich über acht Jahre montags im Chamäleon in den Hackeschen Höfen. Dann zwei Jahre im Shake-Zelt am Ostbahnhof, von dort aus ging’s in die City-Ost (Admiralpalast an der Friedrichstr.) und die City-West (Komödie am Kurfürstendamm).
Zum sechzehnten Geburtstag schloss sich ein Kreis: 2012 zog die Theatersport Show ins BKA-Theater zurück!
Außerdem gab es natürlich viele Ausflüge, Gastspiele, Galas. Sogar beim Sommerfest des Bundespräsidenten waren wir mehrmals.
Viel hat sich geändert, eines ist geblieben: die Neugier auf immer wieder neue Situationen und Herausforderungen. Klar, damals war das Lampenfieber oder sogar die Angst größer; aber auch heute haben die Spieler diese Spannung vor dem Auftritt: Wie wird es heute gehen? Welche Geschichten werden entstehen?Geschichten es sind inzwischen viele, sehr viele gespielt worden. Viele sind vergessen, manche wohl zu recht. Einige aber werden nie aus den Köpfen derer verschwinden, die dabei waren. Da war die wunderbare Geschichte mit dem „Einarmigen Geiger“, dem von einem Gangster auch noch der zweite Arm abgeschnitten werden soll und der (sein letzter Wunsch) noch einmal spielt, dabei den Gangster mit dem Bogen ersticht… Oder die absurde Szene der beiden steckengebliebenen Riesenradgondelpassagiere, die erst nach Jahren wieder freikommen, um festzustellen, dass sie die ganze Zeit dicht über dem Boden geschwebt hatten. Beide Szenen waren inspiriert von den Titelvorschlägen des Publikums.

Überhaupt, das Publikum! Sie gaben uns als Zuschauer Vorschläge, stellten uns mal vor scheinbar unlösbare Aufgaben oder gaben uns Poetisches und Groteskes wie „Männer, die im Keller husten“. Mancher Zuschauer hat am Anfang auch den „Wettkampf“ Theatersport für bare Münze genommen, wie in einer der allerersten Vorstellungen der Betrunkene, der zu einem Spieler lallte: „Det war unjerecht mit die Punkte, Eure Mannschaft is viel besser…“ Wunderbar! Aber die Vielen, die nach der Vorstellung kommen und sich bedanken, und natürlich die treuen „Immer-wieder-kommer“, die oft neue Leute mitbringen und Mund-zu-Mund-Propaganda machen. Nicht zuletzt auch deshalb gibt es Theatersport Berlin schon zwanzig Jahre!